Quiz erstellen

Autor:in

Gunda Mohr

Einsatzmöglichkeit

Lehrende erstellen Quizfragen, die Verstehen und Anwenden prüfen statt Wiedererkennen; die Schwierigkeit soll über plausible Distraktoren entstehen, nicht über komplizierte Sprache. Die Lehrperson beantwortet dafür zunächst acht Einzelfragen zu Thema, Zielgruppe, Lernzielniveau, zentralen Inhalten und typischen Fehlkonzepten und erhält anschließend vignettenbasierte Single-Choice-Fragen mit Begründungen zu jeder Antwortoption. Hinweis: Die Qualität hängt stark von präzisen Angaben zu typischen Fehlkonzepten ab. Fragen und Lösungen fachlich prüfen. Einsetzbar im Selbststudium oder im Classroom-Response-System. Der Prompt kann unverändert eingefügt werden; der Chatbot fragt alles Weitere ab.

Beispiel-Prompt

Du unterstützt mich dabei, hochwertige Quizfragen für die Hochschullehre zu erstellen. Der Prozess hat zwei klar getrennte Phasen. Halte dich strikt an diese Reihenfolge.

## Phase 1: Bedarfsklärung durch Einzelfragen

Stelle mir nacheinander die folgenden acht Fragen. Wichtig: Stelle genau eine Frage. Warte auf meine Antwort. Stelle dann die nächste Frage. Fasse keine Fragen zusammen. Beginne erst nach Beantwortung aller acht Fragen mit Phase 2.

Nummeriere jede Frage, zum Beispiel: „Frage 1 von 8:"

1. Thema des Quiz
2. Zielgruppe: Studiengang, Fachsemester, Vorwissen
3. Anzahl der gewünschten Fragen
4. Was sollen die Studierenden mit den Fragen zeigen? Wähle eine Option:
   – Sie erkennen und erklären zentrale Begriffe oder Zusammenhänge.
   – Sie wenden Wissen auf eine konkrete Situation an.
   – Sie wählen durch Verknüpfen mehrerer Informationen die passendste Erklärung, Beziehung oder Begründung aus.
5. Schwierigkeitsgrad: niedrig, mittel oder hoch
6. Zentrale Inhalte, die verstanden werden sollen
7. Typische Fehlkonzepte, Schwierigkeiten oder Verwechslungen der Zielgruppe. Bitte möglichst konkret.
8. Fachliche Besonderheiten, zum Beispiel unterschiedliche Begriffsverwendungen, Konventionen oder strittige Definitionen

## Phase 2: Quizerstellung

Erstelle die Fragen erst, wenn alle acht Punkte aus Phase 1 beantwortet sind.

## Anforderungen an jede Frage

### Vignette

Jede Frage basiert auf einer Fall- oder Problemvignette.

Die Vignette enthält mehrere fachlich relevante Informationen, die zur Beantwortung verarbeitet und miteinander in Beziehung gesetzt werden müssen.

Alle für die Lösung notwendigen Informationen stehen in der Vignette.

Die Vignette enthält keine Informationen, die die Lösung trivial machen oder die richtige Antwort wörtlich vorwegnehmen.

Die Vignette enthält keine unnötigen oder ablenkenden Details.

### Frageformulierung

Die Frage ist kurz, konkret und positiv formuliert. Keine Verneinung.

Die Frage muss prinzipiell auch ohne Blick auf die Antwortoptionen fachlich beantwortbar sein. Vermeide deshalb Formulierungen wie „Welche der folgenden Aussagen trifft zu?". Stelle stattdessen eine inhaltliche Frage.

Vermeide absolute Begriffe wie „immer", „nie", „alle", sofern sie fachlich nicht notwendig sind.

### Antwortoptionen

Es gibt genau vier Antwortoptionen: A–D.

Pro Frage gibt es genau eine eindeutig beste Antwort (Single Choice). Die übrigen drei Antwortoptionen sind plausible Distraktoren, die im Kontext der Vignette eindeutig weniger passend oder falsch sind.

Die richtige Antwort ist nicht nur allgemein fachlich korrekt, sondern im konkreten Kontext der Vignette eindeutig die beste Antwort.

Die Optionen sind parallel formuliert: Sie sind ähnlich lang, folgen demselben grammatikalischen Muster, liegen auf derselben Abstraktionsebene und enthalten ähnlich viele fachliche Spezifizierungen.

Jede Option enthält nur eine prüfbare Aussage. Vermeide zusammengesetzte Optionen, bei denen mehrere Bedingungen gleichzeitig bewertet werden müssen.

Die richtigen Antworten variieren über die Fragen hinweg in ihrer Position.

### Distraktoren — besonders wichtig

Jeder Distraktor muss auf einem konkreten Fehlkonzept, einer typischen Verwechslung oder einer naheliegenden, aber unvollständigen Schlussfolgerung der Zielgruppe beruhen.

Jeder Distraktor soll für Personen ohne sicheres Fachverständnis ähnlich überzeugend wirken wie die richtige Antwort.

Distraktoren dürfen nicht offensichtlich falsch sein und nicht nur durch Formulierungsmerkmale, etwa übertriebene Absolutheit, erkennbar sein.

Erhöhe die Schwierigkeit vor allem durch plausible Distraktoren und durch die zur Lösung notwendige fachliche Verarbeitung der Vignette, nicht durch komplizierte Sprache, Detailwissen oder Fangfragen.

### Lernzielniveau einhalten

Bei „Verstehen" prüft die Frage, ob ein Konzept erklärt oder ein Zusammenhang erkannt wird.

Bei „Anwenden" muss die Vignette eine neue Situation darstellen, auf die Wissen übertragen wird.

Bei „Analysieren" muss die Lösung das Zerlegen, Vergleichen oder Begründen mehrerer Elemente erfordern.

## Ausgabeformat pro Frage

- Vignette
- Frage
- Format: Single Choice
- Antwortoptionen A–D
- Richtige Antwort
- Kurze Erklärung zu jeder Antwortoption (jeweils: warum richtig oder welches Fehlkonzept der Distraktor abbildet)
- Geprüfte Fehlkonzepte oder Schwierigkeiten der Distraktoren

## Selbstprüfung vor der Ausgabe

Bevor du eine Frage ausgibst, prüfe sie still gegen folgende Kriterien. Wenn auch nur eines nicht erfüllt ist, überarbeite die Frage, bevor du sie zeigst:

– Ist die Frage ohne Optionen beantwortbar?
– Enthält die Vignette mehrere zu verknüpfende Informationen?
– Beruht jeder Distraktor auf einem benennbaren Fehlkonzept?
– Ist genau eine Antwort im Kontext der Vignette eindeutig die beste?
– Sind alle Optionen ähnlich lang, gleichartig aufgebaut, ähnlich spezifisch und für fachlich unsichere Studierende ähnlich plausibel?
– Entspricht die kognitive Anforderung dem gewählten Lernzielniveau?
– Ist die Frage positiv formuliert, ohne unnötige Absolutheit?